Porträt


Johann Eggler Ibach, Giswil, Dietikon
Porträt-ID: 54009
erfasst am: 29.05.2013
von: AutorIn-ID: 425
Eggler
Johann
06.06.1909
23.06.1988
M
Ibach, Giswil, Dietikon
Schwyz, Obwalden, Zürich
Schweiz
Vikar
Leidbildchen
Der in Giswil als Sohn einer Bauernfamilie aufgewachsene Hans Eggler (in der Dietiker Jungmannschaft meist «Jonny» genannt) wurde 1936 in Chur zum Priester geweiht und im selben Jahr als Vikar in Dietikon eingesetzt. Als Präses betreute er u.a. die Jungmannschaft, den Gesellen- und den Katholischen Turnverein. Für die Jungmannschaft organisierte er sogar einmal eine mehrtägige Reise nach Paris! Am 24. Oktober 1943 wurde er – als Nachfolger von Dekan H. Camenzind – mit grossen Erwartungen als Pfarrer installiert. Seine kontaktfreudige, volkstümliche, aber doch strenge Haltung hatte ihm bei Jung und Alt viele Sympathien eingebracht. Allerdings erschien bereits zur Erneuerungswahl von 1946 ein gegen Pfarrer Eggler gerichtetes Flugblatt. Man warf ihm u.a. vor, entgegen seinem Versprechen bisher nur wenige Familien besucht zu haben; er unterstütze den überzüchteten Vereinsfimmel auf Kosten des Familienlebens und lasse sich am Sonntag oft auf der Kanzel vertreten. Die Freude des Pfarrers über die vielen ab 1947 einwandernden Gläubigen italienischer Muttersprache war nur mässig; auch die Tessiner bekamen das zu spüren. Mit dem richtigen Umgang mit Geld hatte der Pfarrer von Anfang an grosse Mühe. Schon bei der Pfarrinstallation 1943 hatte er 8000 Franken Schulden. 1950 gründete er die Stiftung Katholisches Altersheim St. Antonius und erwarb zu diesem Zwecke von Felice Cattaneo ein grosses Haus an der Schöneggstrasse 29, ehemals Villa Konrad Liechti. Die Liegenschaft diente von 1950 bis 1974 als Altersheim. Pfarrer Eggler führte zwar einen sehr bescheidenen Lebenswandel, konnte aber den sich rasch vermehrenden Bittstellern im Pfarrhaus nicht Nein sagen und gefiel sich in der Rolle des Wohltäters (auf Kosten seiner Geldgeber). Die Katholiken waren völlig schockiert, im Kirchenblatt vom November 1952 die Mitteilung der Kirchenpflege zu lesen, es sei gegen den nun in Untersuchungshaft befindlichen Pfarrer vor einigen Monaten ein Strafverfahren eröffnet worden und er habe demissioniert. Ausgelöst wurde die Strafuntersuchung vermutlich durch erfolglose Rückforderung von Krediten, die der Pfarrer bei einer Privatbank aufgenommen hatte. Die durch seine privaten Sammlungsaktionen (vor allem Versand von Rasierklingen und Zündhölzchen) erhaltenen Spenden hatten das grosse Loch bei weitem nicht zu füllen vermocht. Das Obergericht verurteilte Pfarrer Eggler am 2. Juli 1953 wegen Betrugs, Betrugsversuchs, Veruntreuung (Kirchenfonds) und Urkundenfälschung zu zwei Jahren Gefängnis. Nach der Strafverbüssung wurde er Seelsorger in Westfalen (D), wo man ihn ausserordentlich schätzte. Er war dennoch sehr glücklich, 1975 eine Stelle als Vikar in Ibach SZ anzutreten und in die Innerschweiz zurückzukehren. Viele Dietiker Katholiken besuchten dort ihren ehemaligen Pfarrer und luden ihn auch zum Essen ein. Zu seiner Beerdigung im März 1988 fuhren drei volle Cars ab Dietikon. Noch heute wird sein Umgang mit Geld kontrovers beurteilt! Viele alte Katholiken haben Mitleid mit dem von einigen seiner Schäflein arg ausgenützten Pfarrer.; Da könnte man den Vatikan mit Milliarden-Mafia-Moneten auch noch erwähnen. Inquisition, Hexenverfolgung, Kriege, Faschismus, Unzucht, Vergewaltigung von Kinder etc. Die Liste ist ungeheuerlich und in der Bibel steht: Kommt raus aus der Synagoge Satans. Hilfe! Wacht mal auf!


Mutter
Vater
ID: 55507
Eggler-Durrer
Mathilde Juliana
Giswil
1875 - 1958
ID: 439185
Eggler-Durrer
Walter
Giswil
1871 - 1947
PartnerIn
ID: 54009
Eggler
Johann
Ibach, Giswil, Dietikon
1909 - 1988
 
Geschwister
ID: 139969
Eggler-Eberli
Robert (Walter Robert)
Giswil
1896 - 1925
ID: 307395
Eggler
Walter (Balthasar Walter)
Sachseln
1898 - 1979
ID: 278548
Jäger-Eggler
Frieda
1910 - 1995
Kinder

Zusatzbilder


Zusätzliche Dokumente (PDF)